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Generation XTC

XTC

Das Stück beginnt mit dem Schluss, und so erschließt sich der wahre Sinn der Anfangsdialoge erst ganz am Ende. Der junge Chemiefan Benni schnieft eine Nase Amphetamin zu viel und kollabiert. In traum- und alptraumhaften Szenen ziehen die Exzesse der letzten Tage an seinem inneren Auge vorbei.

Der Trip beginnt unbeschwert mit dem „drogenfreien Tag“, der für ihn und seinen besten Freund Alex nicht so ganz drogenfrei endet, und einem verklärten Blick zurück auf den Start von Bennis Drogenkarriere. Schon der nächste Tag, und damit die nächste Szene, wird zunehmend psychedelisch, als sich die Clique um Benni, Alex, Käthe und Marc in einen kollektiven LSD Rausch steigert, in welchem Benni schon eine erste Ahnung seines tragischen Endes erfährt, was er aber eiskalt ignoriert. Die nächsten Tage pendelt die Gruppe, mittlerweile um den dubiosen Kleindealer Sony verstärkt, zwischen Exzessen und Horrortrips, die sie an den Rand des finanziellen und geistigen Ruins treiben.

Verzweifelt in die Kriminalität getrieben, finden Benni und Alex bei einem Einbruch Drogen, nur um sie bei einer Polizeikontrolle wieder zu verlieren. Um ihren eigenen Arsch zu retten, verraten sie alles und jeden.

Aus der Untersuchungshaft entlassen, steigt eine letzte große Party, die den Kreis zum Anfang schließt und Bennis Agonie endet damit, dass er vom Teufel geholt wird.


Eine tragische Komödie: Generation XTC

Generation XTC steht für junge Leute, die in der Underground Clubszene zuhause sind und mit chemischen Drogen (XTC, Amphetamin, usw.) ein Leben auf der Überholspur führen, zwischen totaler Ekstase und tiefer Agonie, oft untermalt von stampfender, elektronischer Musik.

Selbstzerstörung als Programm

Das Stück soll nicht den moralischen Zeigefinger erheben. Jeder weiß, dass Drogen scheiße sind. Selbst die gar so fröhlichen und Pillen schmeißenden Technomaniacs wissen das. Es geht um ihr Lebensgefühl, und leider dreht sich deren Leben nur um ein Ding: die Droge. Nur nicht nachdenken müssen. Denn dann würde man vielleicht merken, wie sinnleer doch das eigene Leben ist, ohne Perspektive. Es gibt keinen Pläne für die Zukunft, nicht für die nächste Woche, geschweige denn für die nächsten Jahre.

Natürlich gibt es auch Szenejünger, die keine Drogen nehmen, aber man hat den Eindruck, dass die leider in der Unterzahl sind…

Rebellion nach innen

Sie wissen genau, dass alles in einem großen Fiasko enden muss. Doch trotzdem machen sie weiter, gehen bis an die Grenzen der Belastbarkeit, weit über die Schmerzgrenze hinaus. Das hat gar nicht mehr viel mit „feiern“ zu tun. Es geht um Rebellion gegen das System. Und dazu gehören Aggression und Anarchie. Aber es ist eine nach innen gerichtete Aggression. Gepaart mit jugendlichem Leichtsinn ergeben sich regelmäßige Überdosierungen wie am Fließband. Und nach überstandenem Horrortrip schmeißt man sich fröhlich in den nächsten…

„Fünf junge Erwachsene auf der Suche nach dem Kick. Hauptsache es kickt. Und am besten kickt es sich immer noch mit illegalen Drogen. Nur nicht nachdenken. Wenn schon nachdenken, dann darüber, wo das Geld für Drogen herkommt.“

Bedeutung

Die Clubszene mit ihren vielen Spielarten der elektronischen Musik hat auch aktuell eine sehr große Bedeutung und ist immer noch stilprägend. Gerade im Untergrund hat sich eine lebendige Szene entwickelt, die stolz darauf ist, nicht von den Medien zu einem Hype stilisiert zu werden. Gerade in den Großstädten gibt es enorm viele aktive Fans. Deren Zahl wird oft unterschätzt, da man gerne „unter sich“ bleibt. Die unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen haben sich entwickelt, die Grenzen dazwischen sind fließend. Von hartem Industrial, der an ein Stahlwerk im Hochbetrieb erinnert, bis hin zu tranceartiger Entspannung oder tanzbarem House wird eine große Bandbreite geboten.

In den 90ern begann alles mit dem Erscheinen von Techno. Die Szene entwickelte sich schnell von einer kleinen Gemeinschaft, die sich in versteckten Clubs feierte, zu einer Massenbewegung mit den gigantischen Ausmaßen einer Love Parade. Bei den Ravern geht es im Gegensatz zum Liebescredo der Hippies an erster Stelle um Spaß, und um Spaß daran, sich selbst zu feiern. Die elektronische Clubmusik hat sich seitdem stetig weiterentwickelt.

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House of Dreams

Co-Autor des Musicals im Tacheles Berlin

Tacheles Musical

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